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Künftige Wohnbebauung in Widdersdorf
Schreiben an die Widdersdorfer Interessengemeinschaft am 24.11.2019

Sehr geehrter Herr von Bock,

Ihre Stellungnahme zum jüngsten Entwurf des Regionalplans spricht in der Tat einige Fragen an, die nicht mit einem verbalen Schnellschuss zu beantworten sind.

Ich kann sehr wohl verstehen, dass die in dem Planungsentwurf implizierten Aussichten auf eine weitere Wohnbebauung in Widdersdorf als sehr problematisch empfunden werden. Als alter Lövenicher bedaure auch ich, dass z.B. der Acker, auf dem ich früher Hamsterbauten gesucht habe, heute vollständig zugebaut und versiegelt ist. Ich bin mir jedoch bewusst, dass mein Lövenicher Elternhaus auch auf einem Grundstück steht, auf dem zuvor die Dorfkinder aus Lövenich wilde Sauerkirschen stibitzen konnten.

Ich bitte Sie jedoch, bei Ihren Ɯberlegungen Folgendes zu bedenken: Zurzeit erleben wir weltweit eine Besiedelungsverdichtung in den Ballungsräumen, was wesentlich durch den Infrastrukturbedarf der globalisierten Wirtschaft bedingt ist. Dies gilt auch für Köln: Bis 2040 ist ein Einwohnerzuwachs von 200 TSD Menschen zu erwarten. Dies bringt einerseits eine Sicherung der Wirtschaftskraft für Köln mit sich, führt aber andererseits zu einem enormen Bedarf an Wohnungen. Dieser lässt schon jetzt die Miet- und Wohnungspreise explodieren und ist nur sowohl durch eine zunehmende Verdichtung der innerstädtischen Bebauung als auch zusätzlich durch eine weitere Besiedelung des nahen Umlands zu befriedigen. Dieser Entwicklung trägt die angesprochene Regionalplanung Rechnung. Dies begrüßen wir. Ihre grundsätzlichen Bedenken gegen eine weitere Besiedelung Widdersdorfs mit Wohnbebauung können wir daher nicht teilen. Auch die in Ihrer Stellungnahme im Einzelnen angesprochenen Problemlagen bewerten wir anders.

Sehr wohl teilen wir aber Ihre Forderung nach einem präventiven Ausbau der Infrastruktur. Die Verkehrswege und Schulen z.B. sollten bereits vorhanden sein, wenn neue Einwohner hinzuziehen. Hier müssen auch Fehler der Vergangenheit dringend korrigiert und dürfen in Zukunft nicht wiederholt werden. So muss aus unserer Sicht z.B. die Besiedelung des Umlandes grundsätzlich entlang leistungsfähiger Schienenverbindungen entstehen und darf nicht wild nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen. Für Widdersdorf bedeutet dies eine beschleunigte Realisierung der mit der künftigen S-Bahn verknüpften Stadtbahnverbindung über die Linie 4, die weitergeführt in den Erftkreis eine hoch leistungsstarke Alternative zum PKW-Verkehr darstellt. Dies wird eine unserer wichtigen Forderungen in der nahen Zukunft sein.

Darüber hinaus wäre bei künftigen Bebauungsplanungen u.E. darauf zu achten, dass mit weiterem Wohnungsbau auch ein Mindestma$szlig; an Urbanität geschaffen wird, z.B. durch Einplanung von ansprechendem Handel, Gastronomie, Grünanlagen, Plätzen usw. Auch dies dürfte durch eine rein nach wirtschaftlichen Ma$szlig;stäben angelegte Bauplanung nicht realisiert sondern müsste politisch gestaltet werden. Auch hierauf werden wir als örtliche SPD achten und können Sie nur ermuntern, Ihre Ɯberlegungen und Stellungnahmen bei der Aufstellung künftiger Bebauungspläne mit einzubringen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen unsere Standpunkte zumindest verständlich machen konnte. Vielleicht ergeben sich ja bei den Gemeinsamkeiten künftig die einen oder anderen Berührungspunkte.

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Gros, SPD-Ortsverein Weiden/Lövenich

Stand: 14.03.2020