Termine und Aktuelles

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Am Donnerstag, dem 1. Oktober, zwischen 19:30 und 21:00 Uhr trifft sich die Arbeitsgruppe Fahrradwege zur nächsten Sitzung am üblichen Ort in Weiden. Es geht in coronagerechter Sitzordnung um den Engpass Biberweg und die Querungen über die Aachener Straße am Rhein-Center. Auszuloten ist insbesondere, wie die in Aussicht stehenden Umbauten der Haltestelle für eine Verbesserung der Fahrradquerungen genutzt werden können.


Kandidaten*innen-Diskussion in Widdersdorf

Am 12. August diskutierten im Bistro im Jakobs in einem Video-Life-Stream die Kommunalwahlkandidatinnen und - kandidaten der Parteien zu aktuellen Themen. Im Nachgang stellte der Veranstalter wichtige Fragen zusammen, zu denen die Stellungnahmen des Sozialdemokratischen Kandidaten im Ratswahlbezirk 17, Julian Kampa, hier dokumentiert sind.

Fragen und Erwartungen an die Kandidat*innen und Parteien, hier beantwortet von Julian Kampa

Themenblock 1, Weiterentwicklung von Widdersdorf - Verkehrsplanung, Bebauungsplanung

Fragesteller*in: WIG

Frage: Wie stehen Sie zu einer weiteren Planung von Wohnbebauung in Widdersdorf und im angrenzenden Lövenich?
Antwort: Köln und die Region werden auch in den kommenden Jahren weiterwachsen, der Neubaubedarf an Wohnungen ist nur zur Hälfte gedeckt. Somit ist [mittel- bis langfristig] eine künftig weitere Wohnbebauung in Widdersdorf und im angrenzenden Lövenich unabdingbar. Wir wollen eine integrierte und gemischte Stadtentwicklung. Flächenraubender Einfamilienhausbau ohne vorherige Sicherung von Grünflächen und Infrastruktur muss hierbei der Vergangenheit angehören. Im Widdersdorfer Beispiel wünschen wir ein künftig organischeres und ausgewogeneres Wachstum, bei welchem zudem die natürlichen Restriktionen wie unsere benötigte Grünflächen und unsere (die Innenstadt versorgende) Luftschneise einzuhalten sind.
Frage: Haben Sie andere Vorschläge als die bisher schon diskutierten Bereiche, wo neue Wohnungsbauflächen entstehen könnten?
Antwort: In Widdersdorf sind die künftig noch denkbaren Ausbauflächen aus dem Entwurf des Regionalplans bekannt: nordöstlich in Nähe des Golfplatzes [Indianapolisstraße], westlich zum Gewerbegebiet Brauweiler [Leonhardgasse und Chrysler Straße] sowie am südlichen Rand zum Lise-Meitner-Ring [Am Aspelkreuz] hin. Hierbei kann eine weitere Vergrößerung nur mit ÖPNV-Investitionen realisiert werden, um reizvolle Alternativen zum stauanfälligen PKW zu generieren. In anderen Stadtteilen sind wir zur Kreierung des dringend benötigten Wohnraums auch für innovative Lösungen, wie die Überbauung bereits versiegelter Grundflächen – nach dem Münchener Beispiel auch denkbar an Großparkplätzen wie dem in Weiden West.
Frage: Der Rhein-Erft-Kreis/Pulheim plant einen Ausbau und Teilverlegung der K 6; dies soll neben einer besseren Anbindung des Brauweiler Gewerbegebietes auch den Durchgangsverkehr durch die Leonhardsgasse verringern. Wie stehen Sie zu einem Ausbau und den angedachten Varianten? Glauben Sie an eine Entlastung der Leonhardsgasse durch diesen Ausbau?
Antwort: Bei einer geeigneten Verkehrsführung über die K6 könnte es gelingen, den Verkehr im Nordwesten von Widdersdorf abzuleiten und die Leonhardsgasse deutlich zu entlasten. Es ist hierbei wichtig, dass dies eine Ergänzung der L183 (Bonnstraße) wird und nicht, wie teils im benachbarten Pulheim gefordert, eine Verlegung dieser Straße an das Widdersdorfer Stadtgebiet.
Verkehr aus dem Kölner Umland wollen wir durch großzügige Park & Ride-Stationen an den zentralen Ausfallstraßen reduzieren – zum Beispiel durch eine beschleunigte Aufstockung des P&R in Weiden-West. Mit attraktiven Angeboten wird der Umstieg auf andere Mobilitätsformen intensiviert. Gerade vor dem Hintergrund des Strukturwandels muss hier schnell und entschlossen gehandelt werden.
Frage: Die Infrastruktur in Widdersdorf ist nicht mit der Bevölkerungsentwicklung gewachsen. Was planen Sie, wenn noch mehr Flächen für die Bebauung ausgewiesen werden sollten?
Antwort: Die Widdersdorfer Infrastruktur muss auch ohne weitere Bebauung schnell verbessert werden. Wir setzen uns für ein größeres Angebot der Nahversorgung ein – wir präferieren zudem künftig statt monotoner Gewerbegebiete Mischgebiete mit Wohnanteilen.
Insbesondere die Verkehrsinfrastruktur muss nachwachsen: wir setzen uns für die Linie 4 ein und kurzfristig für eine Busvorrangspur nach Bocklemünd.

Fragesteller*in: Ev. Kirchengemeinde Ichthys

Frage: ÖPNV-Angebot entspricht nicht den Erfordernissen der Verkehrswende! Wann kommt die Anbindung an die Straßenbahn - auch aus ökologischen Gründen?
Antwort: Unser Fokus liegt auf der Verlängerung der Linie 4 und kurzfristig auf einer Busvorrangspur nach Bocklemünd. Wenn wir hier entschlossen handeln und somit auch Mittel für den Strukturwandel zurückgreifen können, ist die Umsetzung der Verlängerung der Linie 4 nach Widdersdorf und bis in den Rhein-Erft-Kreis in absehbarer Zeit möglich.
Um das Pendeln in die Stadt mit dem ÖPNV attraktiver zu machen, wollen wir zudem ein regionales Schnellbussystem. Hierbei sollen neue Buslinien mit besseren Querverbindungen zwischen den Stadtteilen eingerichtet werden. So wird das Zentrum entlastet und der ÖPNV schneller. Wir bringen stationsbasiertes Carsharing durch die Bereitstellung geeigneter Flächen kurzfristig in jeden Stadtteil Kölns.
Frage: Anstelle einer Straßenbahn, die vielleicht in 15 Jahren fährt, sofortige Verbesserung des Busverkehrs. Verbesserung der Bustaktungen nach Weiden und Bocklemünd (wünschenswert: 10‘Taktung werktags in beide Richtungen! Sofort verbessern: Die Linie 172 führt zu temporärer Verschlechterung des Angebotes der Linie 149 nach Weiden; anstatt den 172er nachmittags leer nach Köln zurückfahren zu lassen, sollte er vorher als 149 nach Weiden fahren; das gleiche morgens in der Gegenrichtung)
Antwort: Wir arbeiten sowohl für eine Verbesserung des Bustaktes, als auch für einen besseren Anschluss der neuen Ortsteile in Widdersdorf und für eine parallele Spur für den Bus nach Bocklemünd neben dem Autostau.
Frage: Car-Sharing auf Widdersdorf ausdehnen
Antwort: Wir setzen uns für dedizierte Flächen hierfür ein, um Car-Sharing Angebote in jedes Veedel zu bringen. Auch On-Demand-Bussen stehen wir positiv gegenüber. Das Modell wird in anderen Städten gut angenommen und kann durch eine Nutzungsanalyse bedarfsgerecht neue Linien oder Taktungen pilotieren. Unsere Forderung ist es, dass die KVB alle städtischen Mobilitätsangebote bündeln und der Fahrausweis somit zum Mobilitätsschlüssel wird.
Frage: Befahrung des Rad-/Fußweges Auf der Aspel (Querung Unter Linden stadteinwärts) mit PKWs und Lieferfahrzeugen durch Poller verhindern; fußgängerfreundliche Beschilderung der Aspel, um den Fahrradverkehr zu verlangsamen (Unfallgefahr! Viele spielende Kinder! Unübersichtliche Einmündungen von Stichwegen!) Wäre es nicht sinnvoll, die Straße „Unter Gottes Gnaden“ zur Einbahnstraße umzuwidmen, um insbesondere Schulkinder auf dem Weg zur Pater Delp Schule besser zu schützen?
Antwort: Die Problematik aus dem Aufteilen von Verkehrsraum zwischen Fußgängern und Radfahrern muss hohe Aufmerksamkeit erhalten und durch entsprechende Maßnahmen systematisch entschärft werden. Gerne bleiben wir zur genannten Stelle im Gespräch mit Ihnen.
Frage: Da immer mehr Kinder auch in den „alten Teil“ des Ortes ziehen: die Grünfläche zwischen Buchenweg und Unter Gottes Gnaden könnte Platz für einen großen Spielplatzes mit viel „Grün“ bieten?
Antwort: Eine solche Grünfläche ist eine schöne Idee, allerdings scheint sich diese Frage auf das Grundstück „zum Dammfelde“ der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus zu beziehen. Hierbei werden künftig knapp 70 Eigentumswohnungen und einer Kindertagesstätte gebaut.
Frage: Wie soll die geplante Bebauung hinter der Indianapolis Straße verkehrstechnisch angebunden werden?
Antwort: Sofern hiermit das im neuen Regionalplan bezeichnete Gebiet (3-309-003) gemeint ist, werden wir uns neben dem hier dringend wichtigen Anschluß der Linie 4, auch für eine bessere Busanbindung nach Bocklemünd einsetzen.

Fragesteller*in: SV Löwi

Frage: Mit den geplanten Neubauvorhaben (Modul 3) wird Widdersdorf weiterwachsen. Was sehen Sie als begleitende Infrastruktur Maßnahmen, u.a. für den Sport vor?
Antwort: In die Neubaugebiete müssen Spiel- und Sportflächen integriert werden – siehe auch unsere Beantwortung des Fragenkatalogs der WIG.
Frage: Für den Breitensport haben wir schon jetzt in den unterschiedlichsten Altersgruppen Wartelisten. Die vorhandenen Sportanlagen reichen weder für den Schulsport, noch für den Breitensport, geschweige denn für neue Angebot, wie z.B. Beachvolleyball). Für die Realisierung der nötigen Infrastruktur brauchen wir Ihre Unterstützung. Was können wir von Ihnen erwarten.
Antwort: Auch hierfür gilt für uns, dass in die Neubaugebiete direkt Spiel- und Sportflächen integriert werden müssen.

Fragesteller*in: DPSG

Frage: Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen, Fahrradfahrern sollte ausgebaut werden.Goethestr. und Brauweiler Str. (BHf, Bushaltestelle, warum nicht durchgehend 30) – hier betreffen die Gefahren auch viele Kinder und Jugendliche aus Widdersdorf.
Antwort: Die Unterführung am Bahnhof Lövenich ist ein Gefahrenpunkt. Wir haben hierzu mit unserem Bürgermeisterkandidaten Andreas Kossiski im Juli eine Ortsbegehung gemacht. Für eine Förderung der Verkehrssicherheit in den genannten Gebieten wurden schon Anträge in der BV3 gestellt, weitere Anträge erfolgen in Kürze, z.B. zum Bau einer Fahrradunterführung am genannten Gefahrenpunkt Lövenicher Bahnhof / Odemshofallee.

Fragesteller*in: Externe Fragen über Internet

Frage: 1. Der Rat der Stadt Köln hat die Umstellung auf E-Mobilität für die Widdersdorfer Busslinien beschlossen. Durch Taktverdichtung und Linienoptimierung ist eine Trasse für Stadtbahnen im Ort m.E. nicht mehr durchsetzbar. Wie stehen sie alternativ zu ortsnahen Tangentialtrassen auch um Entwicklungen zu verhindern wie die Linie 1 auf der Aachenerstrasse in Braunsfeld oder Weiden die Ortsteile städtebaulich zerschneidet.
Antwort: Wir sind der Meinung, dass hierbei ÖPNV-Verbindungen zentral erreichbar sein müssen und nicht an den Ortsrand abgedrängt werden dürfen. Die Bedarfe nach Tangentialverkehr sollen durch eine verbesserte Bustaktung bedient werden.
Frage: 2. Die Hauptstraße ist das Aushängeschild von Widdersdorf. Welche Vorschläge haben sie zur städtebaulichen Aufwertung und wie soll sie in 5 Jahren aussehen. BG A. Jakobs
Antwort: Das ist ein langwieriger Prozess, welcher nur durch intensive Mitwirkung und Beteiligung der Anwohner, Geschäftsleute und aller Widdersdorfer gelöst werden kann. Bisherige Versuche sind leider allesamt gescheitert.
Frage: Mich würde interessieren, wie gehen die Parteien damit um, eine eigene Busspur statt der Stadtbahn nach Bocklemünd und oder Weiden zu führen?
Antwort: Wir brauchen die Verlängerung der Stadtbahn (Linie 4). Bevor das soweit ist brauchen wir kurzfristig eine Busvorrangspur nach Bocklemünd.
Frage: Würde man einer Straße durch das Landschaftsschutzgebiet unterstützen, um Stau zu vermeiden und damit Emissionen zu verhindern. Vielen Dank. D. Marcus
Antwort: Unser Fokus liegt auf dem Ausbau von ÖPNV (Linie 4 verlängern und Bustaktung erhöhen und dem Ausbau der Radwege)
Frage: Ich schaue gerade den Livestream und würde gerne zwei Fragen stellen: - Planen die Kandidat:innen die Anbieter von "echtem" Carsharing (z.B. DriveNow / Car2go; nicht Cambio!) zur Erweiterung des Geschäftsgebiets bis nach Widdersdorf zu bewegen? Wenn ja: Wie? - Gleiches gilt für die Erweiterung des Geschäftsgebiets der KVB Räder bis nach Widdersdorf (z.B. Sammelstelle am Jakobsplatz). FG. V. Leonhardt
Antwort: Ja, wir bringen („echtes“) stationsbasiertes Carsharing durch die Bereitstellung geeigneter Flächen kurzfristig in jeden Stadtteil Kölns. Wir streben zudem eine Kooperation der Leihradangebote von KVB bzw. Nextbike und DB/Ford an.

Themenblock 2, Politik für die Menschen in Widdersdorf - soziales Miteinander stärken, Allgemein

Fragesteller*in: Beginen

Frage: Warum gibt es so wenig öffentlich geförderte Wohnungen in Widdersdorf - obwohl 40 % der KölnerInnen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben. Bei fast 13.000 EinwohnerInnen und 4.800 Haushalten gibt es hier nur eine Handvoll Wohnungen (Indianapolisstr./Gut in Widdersdof/Beginenhof), die mit WBS-berechtigt sind. Meine aktuelle Frage: In Widdersdorf gibt es ein aktuell genehmigtes Bauvorhaben „Im Dammfelde“ von mindestens 70 Wohnungen. Meines Wissens ohne eine geförderte Wohnung. Wie ist so etwas möglich, obwohl doch seit 3 Jahren in Köln nur Bauvorhaben genehmigt werden, die bei 25 Wohneinheiten 30 % öffentlich geförder-te Wohnungen einplanen?
Antwort: Dieses Grundstück ist nicht in öffentlicher Hand, sondern im Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus.
Bezahlbares Wohnen ist eines unserer wichtigsten Anliegen, denn Wohnen ist Menschenrecht. Dazu müssen bereits bestehende Wohnungen bezahlbar bleiben. Es müssen aber auch viel mehr neue, bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Dafür zu sorgen ist Kernaufgabe der Stadt und des Staates. Dazu gehört für uns der soziale Wohnungsbau.
Frage: Frage an alle Parteien: Ist es politisch gewollt, dass Widdersdorf der Stadtteil Kölns für Besserverdienende bleiben soll? Oder gibt es auch andere Überlegungen in Richtung Stadtplanung, die auch die 40 % WBS-berechtigte mit einschließt?
Antwort: Wir wollen eine integrierte und gemischte Stadtentwicklung, jenseits von Villenvierteln und sozialen Brennpunkten. Die Stadt selbst muss einiges tun, damit Wohnen bezahlbar bleibt. Sie muss Wohnungen im Eigenbesitz behalten – und ihre Grundstücke nicht zum Höchstpreis verkaufen, sondern verpachten. Kurz: Auf teuren Grundstücken können keine günstigen Wohnungen entstehen. Die Stadt Köln muss aber auch die Vermieter*innen bezahlbarer Wohnungen stärken: Zum Beispiel Genossenschaften wie die Beginen, die oft weniger Miete als andere Eigentümer*innen nehmen.
Bei der Bebauungsplanung muss auf die Einbeziehung von Geschosswohnungsbau geachtet werden, bei dem die mindestens 30% öffentlich geförderter Wohnungsanteil der Beschlusslage des Rates entspricht – dies muss eben auch umgesetzt werden.

Fragesteller*in: Dorfgemeinschaft

Frage: Für ein gutes soziales Miteinander bedarf es Begegnungsmöglichkeiten. Für den stark gewachsenen Stadtteil wäre eine Mehrzweckhalle wünschenswert. Gibt es dazu Überlegungen? Mindestens wäre für uns als Dorfgemeinschaft eine Planungssicherheit für die Nutzung des Festplatzes in den nächsten Jahren wichtig.
Antwort: Begegnungsmöglichkeiten sind wichtige Bestandteile lebenswerter Viertel. Ob hierzu die Förderung einer Mehrzweckhalle im Bereich Widdersdorf bald priorisiert wird, kann ich noch nicht beantworten. Wichtig wäre es in jedem Fall, sich mit anderen benachbarten Stadtteilen abzustimmen und langfristige Lösungen zu schaffen. Das Gymnasium „Neue Sandkaul“ erhält in Kürze eine neue Aula. Da es sich um eine Städtische Schule handelt, kann dieser Raum auf Antrag auch von Vereinen und anderen Gemeinschaften genutzt werden.

Fragesteller*in: DPSG

Frage: An alle Kandidat‘*innen: Wie geht Ihre Partei in Köln konkret mit Fragen zur Gender-Problematik und der Geschlechtergerechtigkeit um?
Antwort: Ich zitiere hierzu aus unserem Kommunalwahlprogramm: „Wir engagieren uns konsequent für die Gleichstellung von Mann und Frau. Wir gehen dabei über die gesetzlichen Vorgaben zu weiblichen Führungskräften hinaus und streben eine paritätische Besetzung der Führungspositionen an. Für die Aufsichtsräte der städtischen Gesellschaften wollen wir die Parität bereits 2021 erreichen. Über die Entwicklung in dieser Sache und auch die Bezahlung der Geschlechter in vergleichbaren Positionen soll jährlich berichtet werden. Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass die die Stadt Köln die geschlechtergerechte Haushaltsplanung einführt, das sogenannte „gender budgeting“. In der jährlichen Haushaltsplanung sollen diese Budgets explizit ausgewiesen werden.“

Fragesteller*in: Widdersdorf hilft

Frage: Unser Gemeinwesen und der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn es bürgerschaftliches und freiwilliges Engagement gibt. Im Herbst 2015 haben sich eine Reihe Widdersdorfer für die Flüchtlinge engagiert und daraus ist der Verein Widdersdorf hilft entstanden. Für uns wie auch für die anderen hier vertretenen Organisationen sind dazu aber auch Rahmenbedingungen und Unterstützung seitens der Kommune erforderlich. Wir z.B. suchen seit Jahren vergeblich für unsere Zusammenarbeit mit der Kölner Tafel adäquate Räumlichkeiten. ( Was sehen Sie an Verbesserungen seitens der Stadt für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements vor? )
Antwort: Zunächst vielen Dank für Ihr tolles Engagement. Ich habe mich in mehreren Schreiben schon an Sie gewandt und werde mich weiterhin um eine schnelle und zufriedenstellende räumliche Lösung für Sie einsetzen. In unserem Kommunalwahlprogramm finden Sie zudem die Forderung, Soziale Angebote vor Ort zu bündeln und dafür lokale Anlaufstellen schaffen. Eine Möglichkeit sind kommunale „Kümmererbüros“, wie es sie schon in Rheinland-Pfalz gibt – gerne in direkter Kooperation mit Ihrer Initiative.
Frage: Wie sehen Sie Ihre Einflussmöglichkeiten auf die Entscheidungen von städtischen Behörden, bspw. des Bauamtes? Hier wurde kürzlich ein Bauantrag der DGW abgelehnt, der uns eine Räumlichkeit geboten hätte.
Antwort: Grundlage für Baugenehmigungen sind zum einen die Baugesetze, die auf kommunaler Ebene nicht beeinflusst werden können. Zum anderen allerdings die Bebauungs- und Flächennutzungspläne, die der Rat der Stadt aufstellt. Hierbei versuchen wir selbstverständlich unsere sozial- und stadtentwicklungspolitische Vorstellungen einzubringen. Außerdem muss die Bauverwaltung künftig personell so aufgestellt werden, dass keine unnötigen Verzögerungen bei der Erteilung von Baugenehmigungen entstehen.

Fragesteller*in: Externe Fragen über Internet

Frage: Warum darf es auf dem "Jakobsplatz" Mittelpunkt keine Gastronomie geben, die bis 22:00 geöffnet ist? Im Wohngebiet aber ein gastronomischer Catering mit Restaurantbetrieb bis 22:00 offen ist. W. Jakobs
Antwort: Politik kann sich in privatrechtliche Auseinandersetzungen nicht einmischen. Hier gelten die Regelungen des Emissionsschutzgesetzes. Ich begrüße eine faire Lösung für alle Beteiligten.
Frage: Der Jakobsplatz im Neubaugebiet hat sich bisher nicht zu einem Treffpunkt der Bevölkerung entwickelt (gerade während der Corona-Zeit wäre so ein Treffpunkt im Freien schön). Können Sie mit politischen Mitteln den Platz noch weiterentwickeln? C. Kehr-Göbels
Antwort: Siehe die oben genannte Antwort. Im Allgemeinen begrüßen wir die Belebung von Stadtteilen.

Themenblock 3, Kinder und Jugendliche

Fragesteller*in: DPSG

Frage: Problem: Weiterführende Schulen, nur Gymnasien, wo bleibt im Westen eine Gesamtschule? Lange Wege zu den Gesamtschulen, selbst zur neuen in Müngersdorf (alle sind hoffnungslos überlaufen).
Antwort: Im Vergleich mit anderen Schulformen haben Gesamtschulen für uns höchste Priorität. Bei Planung und Bau von weiterführenden Schulen werden wir konsequent auf den Neu- und Ausbau von Gesamtschulplätzen setzen. Auch die in Bau befindliche weiterführende Schule Zusestr. könnte aus unserer Sicht eine Gesamtschule werden. Bereits ohne weiteres Wachstum (und wir werden als Stadt Köln wachsen), bräuchten wir heute bereits mindestens 4 neue Gesamtschulen im Stadtgebiet.
Frage: Widdersdorf ist als Stadtteil ist sehr gewachsen. Es gibt viele Spielplätze, diese sind nur für Kinder bis 12 Jahren geeignet. Was ist mit der Jugend? Welchen Raum kann man den Jugendlichen bieten?
Antwort: (Antwort siehe unten)
Frage: Was können die Parteien für die Jugendarbeit machen?
Antwort: Wir als SPD sagen hierzu: mehr Demokratie wagen. Wir fördern die partizipative Kinder- und Jugendarbeit. Der selbstorganisierten Jugend wollen wir eine Stimme geben. Deshalb werden wir entsprechend stimmberechtigte Plätze im Jugendhilfeausschuss schaffen und ihnen ein Rederecht im Kölner Stadtrat einräumen.
Frage: Widdersdorf und Lövenich haben keine Jugendzentren. Was wird dafür getan?
Antwort: In Widdersdorf gibt es das Kinder- und Jugendhaus Alte Schule seit fast 40 Jahren. Es wurde von einer Initiative gegründet, die wesentlich durch die örtliche SPD gefördert und getragen wurde. Dieses Haus ist hervorragend ausgestattet, im nächsten Jahr wird der neue Pavillon der den alten ersetzt, fertiggestellt sein, sodass dann noch mehr und großzügige Räumlichkeiten für Sport und Begegnungen zur Verfügung stehen. Die Alte Schule macht viele und attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche – geht hin und nutzt dieses Jugendzentrum, die Mitarbeiter*innen freuen sich über euren Besuch und eure Beteiligung.
Wir setzen und dafür ein, dass die personelle und sachliche Ausstattung erhalten bleibt und damit auch neue Zielgruppen angesprochen werden – zum Beispiel durch Foodsharing, als Reperaturcafés oder Tauschbörsen.
Frage: Wieviel Geld steht für die Förderung von Jugendarbeit zur Verfügung?
Antwort: Die Alte Schule ist hervorragend ausgestattet. Der „Förderverein Alte Schule“ hilft bei finanziellen Engpässen.

Fragesteller*in: Ev. Kirchengemeinde Ichthys

Frage: Da die Kinder der vielen jungen Menschen der Familien in WD älter werden: wäre nicht ein Jugendzentrum, z.B. Nähe Olympia Schule sinnvoll? Dort kommt es täglich zu Reibereien mit den Anwohnern.
Antwort: Allgemein brauchen wir gut ausgestattete Treffpunkte. Ich werbe dafür, dass wir die vorhandene Einrichtung der Alten Schule besser und intensiver nutzen [siehe die Antwort weiter oben zur Alten Schule]. Auf Antrag der SPD-Fraktion wird für Widdersdorf bspw. der Neubau des Pavillons in der Alten Schule ermöglicht.

Fragesteller*in: SV LöWi

Frage: Sport für die Jugend. Z.B könnte Mitternachtssport, ein Alternativangebot zu sozialen Medien oder den Drogen sein. Für innovative Programme brauchen wir auch Rückendeckung und Rahmenbedingungen. Wie kann das von Ihrer Seite aus geschehen?
Antwort: Siehe oben, in der Alten Schule gibt es viele Möglichkeiten, diese müssen nur genutzt und eingefordert werden.

Fragesteller*in: Externe Fragen über Internet

Frage: Ich bin ein 17-jähriger Jugendlicher und wollte dementsprechend fragen, welche Ausbauplanungen es für Aktivitäten in Widdersdorf und Umgebung von den Kandidaten gibt. Zurzeit gibt es für Jugendliche nicht viele Möglichleiten, am Wochenende etwas zu unternehmen ohne direkt in die Innenstadt zu fahren. Des Weiteren führt, wenn man dann in die Stadt geht, ab 23 Uhr auch kein Bus mehr nach Widdersdorf zurück.Ich würde mich über eine Beantwortung sehr freuen. LG J. Borchers
Antwort: Zunächst würde mich von euch interessieren, welche Möglichkeiten von den Widdersdorfer Jugendlichen dringend benötigt werden.
Als ehemaliger Jugendlicher im benachbarten Pulheim hatte ich ein geringfügig besseres Angebot vor Ort – der Fokus lag aber auf der Anbindung an die Kölner Innenstadt und Ehrenfeld. Längerfristig muss die Linie 4 verlängert werden – kurzfristig setzen wir uns für eine bessere Bustaktung ein. Wir wollen neue Buslinien mit besseren Querverbindungen zwischen den Stadtteilen einrichten. Wir werden an Samstagen einen 10-Minuten-Grundtakt einführen, analog zum derzeitigen Montag bis Freitag-Takt. Den jetzigen Sonntags-Fahrplan ersetzen wir durch die aktuelle Samstags-Taktung. In den Abendstunden sollen alle Linien bis zu den Endhaltestellen durchfahren – bis zum Betriebsschluss.
Mit neuen Mobilitätsformen wie „on-Demand“ Bussen steigen auch die Möglichkeiten, an den Innenstädtischen Angeboten teilzuhaben.
Frage: Ich hätte die Frage was für die Jugendlichen geplant ist in Zukunft. Die Jugendlichen haben hier fast keine Freizeitmöglichkeiten und, wenn man mal was machen will, dann muss man eben zur Stadt fahren. Diese Frage stammt übrigens von sehr vielen Jugendlichen. Es kann nämlich nicht sein, dass hier so viele Häuser gebaut werden und keine Freizeitmöglichkeiten für alle Altersgruppen gebaut werden. BG B. Kalyci
Antwort: Das Angebot für Jugendliche am Stadtrand zu erhöhen ist wichtig, aber nicht einfach. Zunächst würde ich gerne eure Meinung hierzu hören – was braucht ihr am Dringendsten? Der selbstorganisierten Jugend wollen wir eine Stimme geben. Deshalb werden wir entsprechend stimmberechtigte Plätze im Jugendhilfeausschuss schaffen und ihnen ein Rederecht im Kölner Stadtrat einräumen.
Allgemein brauchen wir mehr und besser ausgestattete Treffpunkte [siehe weitere Antwort oben]. Hierzu gehört für uns die Förderung von Jugend- und Bürgerzentren als Orte des Austauschs und wichtige Anlaufstellen im Veedel (kennt ihr bspw. die Alte Schule?). Wir werden sie deshalb finanziell und personell besser ausstatten, damit sie sich auch neuen Zielgruppen öffnen können – zum Beispiel durch Foodsharing, als Reperaturcafés oder Tauschbörsen. Dazu gehört auch eine Modernisierung, etwa durch freies WLAN oder eine nachhaltige Gebäudesanierung. In der Alten Schule sind zudem noch Kapazitäten frei. Sie müssen nur genutzt und gefordert werden.

Themenblock 4, ältere Generation

Fragesteller*in: Quartiersprojekt

Frage: In meiner Frage geht es um die ältere Generation in Widdersdorf. Es gibt zahlreiche Angebote für ältere Menschen, Seniorengruppen, Beratungsstellen, ambulante oder stationäre usw. Aus meiner Erfahrung gibt es eine Reihe älterer Menschen, die in eigenen Wohnungen leben, aber nicht durch die bestehenden Angebote erreicht werden, was an zum Teil praktischen, wie einer Busverbindung in Alt –Widdersdorf usw., aber auch an anderen Faktoren liegt. Diese Menschen leiden zusehends an Einsamkeit und dem Verlust an einer gesellschaftlichen Teilhabe. Meine konkrete Frage an Sie: Wichtig sind alle Rahmenbedingungen, die hier genannt wurden, Ich denke, es wäre sehr sinnvoll und hilfreich eine professionelle Studie zur Situation, Hintergründe und möglichen Ansätze durchzuführen, wie wir auch an diese Menschen erreichen können. Sind Sie bereit, sich für eine derartige Studie und der Bereitstellung für die nötigen Ressourcen einzusetzen?
Antwort: Hierzu habe ich bislang eher Studien zur Beseitigung von Altersarmut und zur Ermöglichung von Teilhabe durch Mobilität und Digitalisierung im Alter gefunden. Ich werde mich dennoch für eine solche Studie einsetzen – nicht zwangsläufig über den kommunalen Haushalt, sondern auch denkbar über Stiftungen und Sozialwissenschaftliche Institute.

Themenblock 5 Ökologie und Nachhaltigkeit

Fragesteller*in: DPSG

Frage: Gibt es stadtteilbezogene Pläne zu Verbesserung der Luft im Kölner Westen?
Antwort: Weniger Flächenraubender Einfamilienhausbau, sondern mit wenig Versiegelung den weiterhin benötigten Wohnraum schaffen. Wir wollen ökologisches, soziales und wirtschaftlich sinnvolles Bauen und Bewirtschaften zum Standard für Köln machen – nicht am wirtschaftlichen Vorteil einzelner orientiert, sondern am Ziel eines guten Lebens für alle. Natürliche Restriktionen wie unsere benötigten Grünflächen und unsere (die Innenstadt versorgende) Luftschneise sind dabei dringend einzuhalten.
Frage: Welche Pläne haben Sie zur Förderung des Fahrradverkehrs und dessen Sicherheit?
Antwort: Ja, wir haben in den letzten Jahren ein Radkonzept für Widdersdorf, Lövenich und Weiden entwickelt. Dieses Konzept fußt auf einer flächendeckenden Umfrage zum Verbesserungsbedarf bei den Fahrradwegen. Kurzgefasst handelt es sich um eine Nord-Süd-Route von Widdersdorf über Lövenich nach Weiden-Süd (u.a. Schulweg) und eine West-Ost-Route von Lövenich über die Kölner Straße nach Vogelsang (u.a. Schulweg IGS Wasseramselweg). Für Teilabschnitte wurden schon Anträge in der BV3 gestellt, weitere Anträge erfolgen in Kürze, z.B. zum Bau einer Fahrradunterführung am Lövenicher Bahnhof / Odemshofallee.
Frage: Gibt es Pläne zur weiteren Begrünung von städtischen Flächen?
Antwort: Als Stadt müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen. Das auf SPD-Initiative beschlossene Programm zur Dach- und Fassadenbegrünung wollen wir fortführen und ausbauen.

Fragesteller*in: Ev. Kirchengemeinde Ichthys

Frage: Wie sieht der aktuelle Stand der Umwandlung von Ackerflächen in Bebauungsland in Widdersdorf aus?
Antwort: Siehe oben – meine Antworten zu den potenziellen Bebauungsflächen.
Frage: Wie setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass Widdersdorf nicht noch mehr zugebaut wird und Grünflächen und Ausgleichswiesen erhalten bleiben.
Antwort: Siehe oben – meine Antworten zu den potenziellen Bebauungsflächen.
Frage: Wie könnte dauerhaft ein Wochenmarkt etabliert [werden]
Antwort: Bisherige Versuche sind leider immer wieder gescheitert, da es sich für die Marktstände nicht gelohnt hat. Das Thema sollte bei der Diskussion um die Belebung der Hauptstraße mit einbezogen werden.

Fragesteller*in: Externe Fragen über Internet

Frage: Sowohl in Alt- als auch in Neu-Widdersdorf entstehen zunehmend Schottergärten. Wie möchten Sie die HauseigentümerInnen dazu motivieren, umweltfreundliche Gärten anzulegen? C. Kehr-Göbel
Antwort: Den Hauseigentümern kann man hierbei zunächst nur Vorschläge machen, was die eigenen Gärten betrifft und dabei mehr Informationen über die Auswirkung solcher Eingriffe bereitstellen. Als Stadt müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen. Das auf SPD-Initiative beschlossene Programm zur Dach- und Fassadenbegrünung wollen wir fortführen und ausbauen. Auch die einzelnen Bauvorhaben müssen von Anfang an ökologischer geplant werden.
Das mehrheitlich städtische Wohnungsunternehmen GAG hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Nachhaltigkeit im Wohnungsbau möglich ist. Von diesen erfolgreichen Konzepten sollten noch mehr Kölner*innen profitieren.

Am 25.07. diskutierten unsere Kandidaten
- für das Amt des Oberbürgermeisters, Andreas Kossiski,
- für den Ratswahlbezirk 16 (Weiden u.a.), Norbert Plützer,
- für den Ratswahlbezirk 17 (Widdersdorf + Lövenich u.a.), Julian Kampa
mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Auch unsere örtlichen Kandidatinnen und Kandidaten für die Bezirksvertretung Lindenthal - Tamara Jost, Inge Homeyer und Julian Chatterjee - hörten aufmerksam zu.

Im Vordergrund stand die Entschärfung der Gefahrenstellen für den Fahrradverkehr. Gefährlich ist es auf dem Weg von Widderdorf nach Weiden eigentlich überall, auf der Widdersdorfer Landstraße, der Brauweiler Straße, besonders in der Unterführung an der S-Bahn und schließlich auf der Querung der Aachener Straße. Als Alternative dazu fordern wir den Ausbau einer Nord-Süd-Route von Widdersdorf bis Weiden neben den stark befahrenen Autostraßen.

Kritisch ist aber auch der Weg über die Brücke der Kölner Straße über die A 1. Eine extra Brücke dort nur für Radfahrer und Fußgänger sei unproblematisch zu bauen und würde ca. eine Million € kosten. Und einen Durchstich für den Radverkehr am S-Bahnhof Lövenich hält die Deutsche Bahn für durchaus machbar.

Angeregt wurde auch eine ansprechende Gestaltung des "Hubertus-Platzes" an der Brauweiler Straße neben dem S-Bahnhof, was auf deutliche Zustimmung der Anwohner stieß.


Der SPD-Ortsverein Weiden/Lövenich ist über die Pläne zur Schließung der Weidener Kaufhoffiliale sehr betroffen. Wir sähen darin einen empfindlichen Verlust, sowohl an Infrastruktur für Weiden als auch für die dort Beschäftigten, für die es um den Arbeitsplatz geht. Den Wunsch des Betriebsrats nach einem Nachlass bei den Mietkosten unterstützen wir nachdrücklich. Der Betreiber der Immobilie hat bisher bestimmt gut an dem Standort Weiden verdient und könnte durchaus etwas zur Bewältigung der Gesundheitskrise und zum Erhalt der Weidener Infrastruktur beitragen.


Künftige Wohnbebauung in Widdersdorf
Schreiben an die Widdersdorfer Interessengemeinschaft am 24.11.2019

Sehr geehrter Herr von Bock,

Ihre Stellungnahme zum jüngsten Entwurf des Regionalplans spricht in der Tat einige Fragen an, die nicht mit einem verbalen Schnellschuss zu beantworten sind.

Ich kann sehr wohl verstehen, dass die in dem Planungsentwurf implizierten Aussichten auf eine weitere Wohnbebauung in Widdersdorf als sehr problematisch empfunden werden. Als alter Lövenicher bedaure auch ich, dass z.B. der Acker, auf dem ich früher Hamsterbauten gesucht habe, heute vollständig zugebaut und versiegelt ist. Ich bin mir jedoch bewusst, dass mein Lövenicher Elternhaus auch auf einem Grundstück steht, auf dem zuvor die Dorfkinder aus Lövenich wilde Sauerkirschen stibitzen konnten.

Ich bitte Sie jedoch, bei Ihren Überlegungen Folgendes zu bedenken: Zurzeit erleben wir weltweit eine Besiedelungsverdichtung in den Ballungsräumen, was wesentlich durch den Infrastrukturbedarf der globalisierten Wirtschaft bedingt ist. Dies gilt auch für Köln: Bis 2040 ist ein Einwohnerzuwachs von 200 TSD Menschen zu erwarten. Dies bringt einerseits eine Sicherung der Wirtschaftskraft für Köln mit sich, führt aber andererseits zu einem enormen Bedarf an Wohnungen. Dieser lässt schon jetzt die Miet- und Wohnungspreise explodieren und ist nur sowohl durch eine zunehmende Verdichtung der innerstädtischen Bebauung als auch zusätzlich durch eine weitere Besiedelung des nahen Umlands zu befriedigen. Dieser Entwicklung trägt die angesprochene Regionalplanung Rechnung. Dies begrüßen wir. Ihre grundsätzlichen Bedenken gegen eine weitere Besiedelung Widdersdorfs mit Wohnbebauung können wir daher nicht teilen. Auch die in Ihrer Stellungnahme im Einzelnen angesprochenen Problemlagen bewerten wir anders.

Sehr wohl teilen wir aber Ihre Forderung nach einem präventiven Ausbau der Infrastruktur. Die Verkehrswege und Schulen z.B. sollten bereits vorhanden sein, wenn neue Einwohner hinzuziehen. Hier müssen auch Fehler der Vergangenheit dringend korrigiert und dürfen in Zukunft nicht wiederholt werden. So muss aus unserer Sicht z.B. die Besiedelung des Umlandes grundsätzlich entlang leistungsfähiger Schienenverbindungen entstehen und darf nicht wild nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen. Für Widdersdorf bedeutet dies eine beschleunigte Realisierung der mit der künftigen S-Bahn verknüpften Stadtbahnverbindung über die Linie 4, die weitergeführt in den Erftkreis eine hoch leistungsstarke Alternative zum PKW-Verkehr darstellt. Dies wird eine unserer wichtigen Forderungen in der nahen Zukunft sein.

Darüber hinaus wäre bei künftigen Bebauungsplanungen u.E. darauf zu achten, dass mit weiterem Wohnungsbau auch ein Mindestma$szlig; an Urbanität geschaffen wird, z.B. durch Einplanung von ansprechendem Handel, Gastronomie, Grünanlagen, Plätzen usw. Auch dies dürfte durch eine rein nach wirtschaftlichen Ma$szlig;stäben angelegte Bauplanung nicht realisiert sondern müsste politisch gestaltet werden. Auch hierauf werden wir als örtliche SPD achten und können Sie nur ermuntern, Ihre Überlegungen und Stellungnahmen bei der Aufstellung künftiger Bebauungspläne mit einzubringen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen unsere Standpunkte zumindest verständlich machen konnte. Vielleicht ergeben sich ja bei den Gemeinsamkeiten künftig die einen oder anderen Berührungspunkte.

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Gros, SPD-Ortsverein Weiden/Lövenich

Stand: 30.08.2020